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APV Graz

Aktivitäten 2002
APV Abend SCA und Andritz
16. April 2002

Heute waren gleich zwei Firmen angetreten um unsere Wissensgier zu stillen.
SCA Ortmann aus Wien und die Andritz AG.

SCA machte in Persona von Erich Ortner den Anfang und stellte seinen Betrieb vor. Durch zahlreiche Firmenzukäufe wuchs der Konzern zum 2 größten Wellpappenhersteller Europas und zum größten privaten Waldbesitzer. Mit einem Umsatz von 7445 Mio EUR (wobei hier ca 50% den Hygiene Produkten zufallen; 35% Packaging; 15% Forest Products, d.h. graphische Papiere, Brennholz, Holzprodukte) machte die 'Svenska Cellulosa Aktiebolaget' mit ca. 42.000 Mitarbeiter einen Gewinn von 731 Mio EUR.

Im Bereich Hygiene Products, werden jährlich ca. 1,1 Mio Tonnen Tissue in 22 Fabriken auf 46 Maschinen produziert. Das entspricht einem Marktanteil von 40% in Europa und 10-15% in Amerika. Für den Konzern ist eine weitere Ausdehnung der Kapazität im asiatischen und amerikanischen Raum interessant, wobei Europa aus kartellamtlichen Gründen vom Wachstum nahezu ausgeschlossen ist.
Nach einem schmunzelnden Überblick über die 'Vorlieben' der Kunden bezüglich der Produkte (wer wußte schon, dass die Spanier kleinere Klorollen wollen?) ging es dann von der kaufmännischen Seite mehr zur technischen.

Georg Holzer stellte anschließend die Andritz Group mit Schwerpunkt Pulp&Paper vor. Als eigenständiger Hersteller von Tissue-Maschinen bildete sie so eine gelungene Ergänzung zur Präsentation der SCA. Obwohl der Kooperationsvertrag mit Voith Paper zwar in allen anderen Teilen (Pumpen, Stoffauflauf, Antriebe etc.)aufgelöst wird, arbeiten beide Firmen im Bereich der Tissue Papiere weiter zusammen. Eine Weiterentwicklung in diesem Bereich bildet dabei den Schwerpunkt.
Das Schlagwort ist TAD ('Through-Air Drying'): am Yankee wird statt nur eine äußere Heizung, zusätzlich Luft von außen durch das Papier gedrückt. Etwa vergleichbar mit einem Haartrockner (ein Fön mit 700°C und 120 m/s Luftgeschwindigkeit ? ).
Der Clou dabei ist: Obwohl das System etwa doppelt so teuer ist (Anschaffung, Energie, Wartung) erhält man 130% Volumen von einer Standardlösung und spart sich nebenbei noch 15-20% des Fasereinsatzes. Und genau hier rentiert sich diese Anschaffung für die Hersteller. Naja, gekauft hat es trotzdem noch niemand (*upps*).

Wir danken recht herzlich für die informativen Vorträge, die uns endlich auch mal die Hintergründe der Tissue-Erzeugung näher gebracht haben; ebenso bedanken wir uns für die vielen Geschenke (in der nächsten Zeit sieht man wohl jeden Teilnehmer mit rosanen Taschentüchern umherrennen) von SCA und dem kleinen, aber sehr feinen Geschenk von Andritz.

Der Ausklang im 'Goldenen Dacherl' gab uns auch Gelegenheit für weiterführende Fragen, wofür wir uns auch bedanken. Auf ein baldiges Wiedersehen.

Der APV

 



Autor: Christoph Knauer


 
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