login to MyAPVGraz login   TU Graz
APV Graz

Aktivitäten 2003
Herbstexkursion
6. November 2003 bis 7. November 2003
Brigl & Bergmeister Niklasdorf

Brigl & Bergmeister

Am 6.November besuchte der APV-Graz im Rahmen der diesjährigen Herbstexkursion den Etikettenpapierhersteller Brigl und Bergmeister.

Gegründet wurde B&B 1890 von Leonhard Brigl und Julius Bergmeister, doch es wurde bereits um 1860 auf dem heutigen Firmenareal Sulfitzellstoff erzeugt. Von den rund 1200 Arbeitsstellen sind im laufe der Jahre nur noch 270 erhalten geblieben.

Jährlich werden 70.000t Etikettenpapier in Niklasdorf produziert.
Weltweit werden jährlich für 40 Milliarden Etiketten Papier erzeugt- Brigl und Bergmeister produziert mit seinen 70.000 t rund ein Viertel dieser Menge.
80% der Produktion sind hochnassfeste Sorten .
Solche hochnassfeste Sorten werden vor allem für Etiketten benötigt, die den Wechsel von kalt - warm (Kühlschrankstemperatur => Raumtemperatur) ausgesetzt sind.

Um die hohen dimensionsstabilen Eigenschaften des Etikettenpapiers zu erhalten, werden in 3 verschiedene Faserarten verwendet.

      | Ausschuss (Fremd- und Eigenausschuss)
      | 5 Sorten Kurzfasern (vorwiegend aus Asien)
      | verschiedene Sorten von Langfasern

Altpapier wird wegen der Herabsetzung der dimensionsstabilen Eigenschaften nicht verwendet. CMC wird aufgrund seines Preises nur bei bestimmten Sorten eingetragen.
Die Kurzfasern werden in
2 Scheibenrefinern gemahlen. Dieser Vorgang dient laut Herr Aigner nur zur Entstippung der Fasern. In einer 2. Stoffaufbereitungslinie wird der Langfaserzellstoff von 2 neuen Con-flow -Refiner gemahlen.
Als Füllstoff wird Kalziumcarbonat und ja nach Sorte TiO2 verwendet.

Eckdaten der PM 5:
      | 700 m/min Konstruktionsgeschwindigkeit
      | 47-60 g/m² Flächengewichtsbreite
      | 180 Tagestonnen
      | Egoutteur
      | Leimpresse
      | erbaut von Andritz
      | 80 verschiedene Sorten

Auf der von Voith 1974 gebauten Streichmaschine kann pro Durchlauf nur eine Seite einfach gestrichen werden. Dies bedeutet für 2-fach gestrichene Papiere einen sehr hohen Zeitaufwand!

Nach der Streichmaschine wird das Papier in 2 Superkalandern geglättet und kommt dann zu den Längsschneidern. Je nach Format werden die Rollen anschließend am Quer- oder Planschneider zugeschnitten. Nur 20 % der fertigen Ware werden im Rollenformat verkauft.
Großen Absatz findet das aluminiumbeschichtete Etikettenpapier, das von einer auswärtigen Firma beschichtet wird. Erstaunlich war für uns, dass die Aluminiumschicht nur 50nm beträgt!!
Dadurch ist es auch möglich, den Ausschuss des Aluminiumpapiers ohne weitern Verfahrensschritt direkt dem Stoffkreislauf zuzuführen.

Im hauseigenen Labor werden die einzelnen QS- Prüfungen durchgeführt. Weiters werden Testbögen eines jeden Tambour von einer Druckerei bedruckt und anschließend im Labor von B&B auf spezifische Eigenschaften untersucht.
Erst wenn das OK der QS erteilt wird, wird das Produkt zum Versandt freigegeben! Somit ist gesichert, dass nur hochwertige Qualität den Kunden erreicht.

Geplante Investitionen:
      | Wie bereites schon erwähnt, kann die Strechmaschine nur eine Seite pro Durchlauf streichen. Da B&B ein großes Potential in mehrfach gestrichenen Etikettenpapieren sieht, aber nicht konkurrenzfähig ist, wird an einen Umbau bzw. einen Neubau der Streichmaschine gedacht.
      | Die erreichten max. Geschwindigkeiten der PM5 sind bei 900 m/min. Diese Geschwindigkeit stellt aber auch gleichzeitig die Obergrenze dar, da die Leimpresse, auf der übrigens 3/5 des Gesamtleimes eingetragen werden, ihre max. Geschwindigkeit erreicht hat. Aus diesem Grund sollte in den nächsten Jahren eine Filmpresse installiert werden - dies wiederum einen Umbau der Nass- und Trockenpartie erfordert.

Am Ende der Führung wurden alle Teilnehmer zu einem Mittagsimbiss im Seminarraum eingeladen.

Hiermit möchte ich mich rechtherzlich bei Herr Aigner bedanken, der geduldig jede Frage beantwortet hat.

 



Autor: Jürgen Paulitsch


 
© 2001-2017 APV Graz      Impressum    Suche  
webdesign by Christoph Knauer